Die zweite Erde
1. Die zweite Erde
1. Слухай та паралельно читай цікаве оповідання
Es ist ein ganz normaler Tag. Die Menschen stehen auf, frühstücken, lesen Nachrichten, hören Radio und gehen aus dem Haus: in die Schule, zur Universität, zur Arbeit. Die Straßen sind voll: Viele Autos, Busse und Fahrräder sind unterwegs.
Das Wetter ist gut, ein schöner Herbsttag beginnt. Noch ist es dunkel, aber bald kommt die Sonne. Alles ganz normal. Noch.
Dann passiert es: Die Sonne ist jetzt da, aber nicht nur die Sonne. Viele Menschen sehen es sofort: Über ihnen steht plötzlich ein großes Ding. Wie der Mond, aber viel, viel größer.
Immer mehr Leute sehen es. Sie bleiben stehen, steigen aus ihren Autos aus, kommen aus ihren Häusern. Alle stehen auf der Straße und sehen nach oben.
Was ist das? Ist das eine Täuschung, so wie ein Regenbogen?
Vielleicht ist es gleich wieder weg, das möchten die meisten.
Aber nein. Man kann das Ding sogar immer besser sehen. Es ist blau und weiß. Wie Wasser und Land. Wie die Erde. Seltsam.
Was ist das?
Jetzt kommt die Nachricht überall: im Radio, im Fernsehen und in den sozialen Medien. Es gibt noch keine Erklärung, auch keine genauen Informationen. Die Polizei rät: Weiter! Die Leute sollen weiterfahren, weitergehen, weiterarbeiten. Ganz ruhig!
Keine Angst! Ein Spezial-Team aus Wissenschaft und Politik ist schon aktiv. Die Polizei ist auf alles vorbereitet.
Die Menschen machen also weiter, aber immer mit dem Blick zum Himmel. Hilft vielleicht die Nacht? Einmal schlafen und das Ding ist weg..
Am nächsten Morgen sehen alle sofort aus dem Fenster. Es ist noch dunkel, alle warten nervös … Aber nein, das Ding ist immer noch da. Genau wie gestern. Blau und weiß. Wie Wasser und Land.
* der Mond: scheint nachts am Himmel
* die Täuschung: etwas ist nicht wirklich da
* die Erde: wir leben alle auf ihr
* die Wissenschaft: die Arbeit an der Universität
Das Land dort sieht fast so aus wie hier: Man sieht etwas wie Afrika, wie Asien, wie Europa. Was bedeutet das alles?
Ruhig bleiben. Weitermachen, weitergehen, weiterarbeiten.
Keine Angst!
Auch am nächsten Tag gibt es zuerst nichts Neues: Das Ding steht immer noch am Himmel. Langsam wird klar: Das Ding geht nicht mehr weg. Das Ding ist einfach da.
Im Fernsehen gibt es jetzt endlich Bilder. Mit Superkameras sieht man das Ding viel größer und besser als mit dem Auge.
Man kann nun Wälder, Seen und Berge erkennen. Sehr interessant. Alles sieht ganz freundlich und ruhig aus.
„Gute Nachrichten», sagt ein Wissenschaftler im Fernsehen.
„Wir sehen im Moment kein Problem.»
Die Bilder werden immer besser. Am nächsten Tag gibt es eine große Neuigkeit: Die Superkameras haben Städte gefunden. Städte!
Jetzt wird es noch interessanter.
Schon können es alle sehen: Häuser, Straßen und … Menschen!
Menschen wie du und ich. Sie laufen auf der Straße, fahren Fahrrad, gehen in Büros, sitzen in Cafés. Sie essen, trinken, sprechen, lachen. So wie wir hier. Aber … was heißt das alles?
Endlich gibt es ein Live-Interview im Fernsehen. Ein Politiker will die Situation erklären und Fragen von Journalisten beantworten.
„Wir haben nun ein erstes Ergebnis. Eine echte Sensation:
Dieses Ding am Himmel ist genau wie unsere Welt. Wie eine Kopie. Ja, man kann fast sagen: Es ist eine zweite Erde! Die Menschen sehen aus wie wir, sie leben wie wir. Alles ist gleich.
„Alles?», fragt eine junge Journalistin. „Wirklich alles?» „Nun,…», sagt der Politiker langsam, es gibt einen Unterschied.
Wir sind noch nicht ganz sicher. Also, natürlich gibt es auch dort Probleme. Aber … wir haben dort bis jetzt noch keine großen Konflikte oder Krisen entdeckt. Es gibt dort keine Kriege.
* die Neuigkeit: eine neue Information
* die Sensation: eine tolle Neuigkeit
* der Konflikt: Probleme zwischen zwei Gruppen
* der Krieg: großer Konflikt zwischen zwei Ländern
Wir haben auch keine Katastrophen wie Hunger oder Armut gefunden. Auch das Klima ist in Ordnung. Also … unsere neuen Nachbarn haben diese Probleme nicht.» Einen Moment ist alles still. Niemand sagt etwas. Nicht der Politiker, nicht die Journalisten, nicht die Menschen zu Hause vor den Fernsehern.
Wie bitte? Eine Welt ohne Konflikte, ohne Armut?
„Aber wie …», fragt jetzt die junge Journalistin, „wie ist das möglich? Wie machen die das?» Wieder Stille. Alle wollen das wissen. Alle.
„Das …», antwortet der Politiker, „das wissen wir leider nicht.
Wir haben gesucht und gesucht, aber wir haben keine Antwort bekommen.»
Er sieht in die Fernsehkameras.
„Wir wissen jetzt nur: Es geht. Es ist möglich», sagt er leise und er sieht nicht glücklich aus.
* die Katastrophe: sehr großes Problem
* die Armut: viele Leute haben sehr wenig Geld
* das Klima: das Wetter auf der Erde
* die Nachbarn: sie wohnen neben dir
2. Перевіримо ваші знання
1. Was ist richtig? Lesen oder hören Sie die Geschichte und kreuzen Sie an.
2. Was passt zusammen? Verbinden Sie. Tipp: Alle Paare stehen im Text.
1) ---- und ----
2) ---- und ----
3) ---- und ----
4) ---- und ----
5) ---- und ----
6) ---- und ----
3. Finden Sie den Plural. Tipp: Alle Wörter stehen im Text.
a) der Mensch, die
b) das Auto, die
c) der Bus, die
d) das Fahrrad, die
e) das Haus, die
f) die Information, die
g) das Bild, die
h) die Kamera, die
I) der Wald, die
j) der See, die
k) der Berg, die
l) die Stadt, die
m) die Straße, die
n) das Büro, die
o) das Café, die
p) die Krise, die
q) das Problem, die
