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1. Оповідання
Zur gleichen Zeit, als Privatdetektiv Müller die Informationen von Bea Braun notiert und seinen Morgenkaffee trinkt, steht Gernot Haube mit einer Gruppe von Helfern vor dem Wohnheim. Etwa fünfzig Meter vom Heim entfernt steht eine Gruppe von Jugendlichen. Sie rufen:
„Asylanten raus! Mörder! Mörder!»
Etwas abseits steht ein Polizeiauto und zwei Beamte beobachten das Geschehen. Auch einige Leute aus Friedrichshausen schauen zu.
„Vorsicht!», ruft Gernot Haube, und im gleichen Moment fliegt eine Bierflasche gegen die Mauer des Heims. Sie zerbricht in viele Scherben.
„Schau, schau, Thorsten Brade, der Sohn des Bürgermeisters», sagt Haube und deutet auf einen Jugendlichen. Der hat ganz kurz geschnittene Haare, eine schwarze Bomberjacke und schwarze Stiefel. Er ist ziemlich betrunken und schreit am lautesten.
„Wenn das mein Sohn wäre …» Karin Frisch ballt die rauste.
„Aufgehetzt, einfach aufgehetzt», , sagt Gernot verbittert.
„Die sagen und machen nur, was die schweigende Mehrheit denkt. Sie wollen, dass die Asylsuchenden verschwinden.
Das ist es doch, was die meisten wollen. Die Angst vor Fremden, vor dem Anderssein. Das ist doch der Grund für diesen Rassismus und den Fremdenhass. Es ist überall das Gleiche. Minderheiten werden immer gehasst», Gernots Stimme klingt traurig.
Karin Frisch protestiert: „Aber Gernot, erstens werden sie nicht überall gehasst und zweitens nicht von allen. Deshalb sind wir doch hier. Und wir sind auch nicht allein …»
