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1. Оповідання
„Guten Abend, Herr Müller!» Karin Frisch begrüßt den Detektiv, als er die Tür zum Wohnheim öffnet. „Gernot ist noch nicht da. Er wollte gegen fünf Uhr hier sein.» „Ja, wir waren hier verabredet. Na gut, ich werde auf ihn warten.»
„Trinken Sie auch einen Tee?», fragt ihn Karin Frisch.
„Ja, gern, danke!»
Ein paar Minuten später bringt Frau Frisch ein Tablett mit Tee, Sahne und Zucker.
„Haben Ihre Nachforschungen schon etwas ergeben?», fragt sie neugierig.
„Na, ja, erst ein paar Mosaiksteinchen. Übrigens, wo wurde die Leiche von Klaus Biederstett gefunden?» „Drüben im Wald, nicht weit von der Villa.» „Ich wollte mir die Stelle einmal ansehen. Das kann ich ja tun, bis Gernot kommt.»
„Machen Sie das doch lieber am Tag. Da treiben sich immer die Skinheads rum …», bemerkt Karin Frisch vorsichtig.
„Diese Jungen habe ich heute schon auf dem Friedhof gesehen. Die sitzen jetzt alle brav bei Mami und Papi beim Abendessen», lächelt Müller ironisch.
Ein paar Minuten später steht er vor dem Heim. Die Luft ist kalt. Leichter Schnee fällt. Müller macht seinen Mantel zu und zündet sich eine Zigarette an. Er geht in die Richtung, die Karin Frisch ihm beschrieben hat. Er überquert eine weiße Fläche, ,wahrscheinlich eine Wiese’, denkt er und geht auf ein Waldstück zu, das dahinter beginnt. Es hat nicht viel geschneit in den letzten Tagen. Müller muss nur den Fußspuren folgen und findet schnell die Stelle. Das Einzige, was Müller findet, ist eine leere Filmschachtel. Er tritt seine Zigarette aus und macht sich auf den Rückweg.



Plötzlich knackt ein Zweig und instinktiv versteckt sich der Detektiv hinter einem Baum. Müller erkennt einen Schatten. Die Person schleicht vorsichtig durch den Wald und nähert sich dem Heim. Als sie die Wiese betritt, die zwischen dem Heim und dem Wald liegt, sieht Müller deutlich die Silhouette: Fliegerjacke, Stiefel, kurz geschnittene
Haare. ,Ein Skinhead’, denkt Müller. Er sieht, wie die Person eine Plastiktüte gegen den Körper drückt. Ohne weiter zu überlegen, rennt er los. Der Junge hat ihn gehört, wirft die Tüte weg und rennt in den Wald. Müller versucht ihm den Weg abzuschneiden. ,Mist, diese Schuhe», denkt er noch und fällt der Länge nach in den Schnee.
„Mist, Mist», schimpft er und klopft sich den Schnee von den Kleidern.
In diesem Moment löst sich eine zweite Gestalt aus dem Wald. Blitzschnell holt sie die erste ein und plötzlich liegen beide im Schnee.

