Меню
Testheft A1
auto_stories 1. Willkommen!
auto_stories 2. Name, Adresse, Beruf
auto_stories 3. Was ist das?
auto_stories 4. Und heute: Shoppen!
auto_stories 5. Tanzen oder wandern?
auto_stories 6. Familie&Freunde
auto_stories 7. Kaffee oder lieber Schokolade?
auto_stories 8. Termine, Termine …
auto_stories 9. Mit dem Auto oder zu Fuß?
auto_stories 10. In der Firma
auto_stories 11. Mein Zuhause
auto_stories 12. Gesund und fit
auto_stories 13. Andere feiern, ich arbeite.
auto_stories 14. T-Shirt oder Pullover?
auto_stories 15. Geradeaus bis zur Ampel
auto_stories 16. Endlich Urlaub!
Testheft A2
auto_stories 1. Auf Reisen
auto_stories 2. Ziele und Wünsche
auto_stories 3. Hoch, höher, am höchsten
auto_stories 4. Ein toller Fernsehabend
auto_stories 5. Alltag oder Wahnsinn?
auto_stories 6. Die schwarzen oder die bunten Stühle?
auto_stories 7. Wohin kommt das Sofa?
auto_stories 8. Lebenslinien
auto_stories 9. Die lieben Kollegen
auto_stories 10. Mein Smartphone & ich
auto_stories 11. Freunde tun gut
auto_stories 12. Eins — eins — zwei
auto_stories 13. Hat es geschmeckt?
auto_stories 14. Einkaufswelt
auto_stories 15. Partylaune
auto_stories 16. Kulturwelten
Testheft B1
auto_stories 1. Beziehungen fern und nah
auto_stories 2. Teilen und tauschen

11

1. Оповідання

Auf dem Tisch in Haubes Büro liegen eine Plastiktüte, Zündhölzer und zwei Milchflaschen. Sie sind mit Benzin gefüllt. Aus dem Flaschenhals hängen Stofffetzen.

„Molotowcocktails!» Müller schaut die beiden Flaschen und dann den Jungen an. Ein blasses, zitterndes Wesen sitzt auf dem Stuhl. ,Der Junge vom Friedhofʼ, denken Müller und Haube gleichzeitig.

Haus ohne Hoffnung_17

„Wie heißt du?», fragt Müller.

„Jürgen Uhde», antwortet der Junge mit weinerlicher Stimme.

„Ein Toter reicht dir wohl nicht!», schreit Müller plötzlich und schlägt mit der Faust auf den Tisch. Er zwinkert Haube zu und brüllt dann weiter: „Das sind Mordinstrumente und kein Spielzeug!»

Der Junge fängt an zu weinen: „Ich wollte doch gar nicht … aber Thorsten hat gesagt … ich hatte solche Angst vor Thorsten und Klaus … ich wollte doch beweisen, dass ich kein Verräter bin …

Haube gießt dem Jungen eine Tasse Tee ein, klopft ihm auf die Schulter und sagt: „Erzähl einfach der Reihe nach!» Immer noch zitternd vor Angst beginnt der Junge zu erzählen: „ … Im Fernsehen haben sie von den Anschlägen auf die Asylantenheime berichtet .. und da hat Thorsten gesagt, dass wir das hier in Friedrichshausen auch machen müssen … Wir wollten die Scheiben vom Büro einschmeißen und einer sollte dann einen Molotowcocktail … das sollte dann der Klaus Biederstett machen … Sonntagnacht sind wir dann zum Heim gegangen. Da hat Klaus gesagt, dass er nicht mitmachen will. Sein Freund Ahmad …» Der Junge schaut mit Tränen in den Augen auf den jungen Kurden, der neben Haube sitzt.

,… Und dann gab es zwischen Klaus und Thorsten eine Schlägerei. Thorsten war ziemlich betrunken. Er schlug dem Klaus eine Bierflasche auf den Kopf … Klaus fiel in den Schnee und bewegte sich nicht mehr … Wir sind dann alle weggelaufen …»

„Und damit habt ihr ihn umgebracht!», schreit Müller. Er war nur ohnmächtig und ist dann jämmerlich erfroren!» „… Und die Polizei … und die Zeitungen … Und dann war Ahmad verschwunden. Thorsten hat uns gedroht, wenn wir nicht alle den Mund halten … Er hat gesagt, dass der Verdacht auf Ahmad fällt, und wir müssen nur … wo doch alle über den Mord so empört waren …»

Haus ohne Hoffnung_18

„Und dann hast du die anonyme Nachricht an Gernot Haube geschickt», unterbricht Müller den Jungen.

Jürgen Uhde hebt erstaunt den Kopf. „Woher wissen Sie, äh, ja, ich wollte aussteigen. Ich wollte nicht mehr mitmachen … Aber Thorsten hat gesagt, dass es mir dann genauso geht wie Klaus … Am Friedhof, bei der Beerdigung, hat er gesagt, wenn ich den Anschlag mache, dann kann ich aussteigen …»

„Um dich schuldig zu machen! Du wärst nur noch tiefer in den Sumpf gerutscht!» Müller schaut den Jungen streng an.

Er lehnt sich in seinem Stuhl zurück, trinkt einen Schluck Tee und wendet sich an den jungen Kurden:

„Etwas verstehe ich noch nicht, Ahmad. Warum bist du nicht zur Polizei gegangen?»

„Ich war mit Klaus im Jugendzentrum. Er war mein Freund.

So gegen zehn Uhr musste er weg. Er hat zu mir gesagt, dass er noch eine Verabredung hat. Ich bin dann eine Stunde später nach Hause gegangen. Dann habe ich im Wald die Schlägerei beobachtet. Ich hatte große Angst und bin weggelaufen. Ich habe mich versteckt und heute Abend wollte ich zu Gernot, um mit ihm zur Polizei zu gehen. Den Rest kennen Sie ja … und außerdem habe ich gedacht, wer glaubt schon einem Ausländer?»

„Ich, zum Beispiel!», lächelt Müller und greift zum Telefon.

E N D E