Frau Moll ist weg
1. Frau Moll ist weg
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Emma sitzt traurig auf dem Bett in ihrem kleinen Zimmer. Sie sieht auf ihr Smartphone: keine Nachrichten. Nur Frau Moll hat dreimal angerufen. Was will die denn? Na ja, egal. Emma legt ihr Handy weg, macht Musik an und sieht aus dem Fenster. Es regnet und es ist sehr kalt. Und seit gestern ist auch noch die Heizung kaputt.
Vor sechs Wochen hat Emma ihr Studium hier begonnen.
Biologie in Göttingen, der bekannten Universitätsstadt.
Ein Traum! Emma war so glücklich. Wie hat sie sich auf ihr Studentenleben gefreut: in einer coolen WG wohnen, neue Leute kennenlernen, viele schöne Dinge machen.
Und nun sitzt sie alleine zu Hause. An einem Freitagabend!
Eigentlich hat alles gut angefangen: Nur mit der WG hat es leider nicht geklappt. Nicht im Studentenwohnheim und auch nicht privat. Aber sie hat dieses Zimmer bei Frau Moll gefunden.
Frau Moll ist eine ältere Dame, so um die 70 und lebt alleine.
* WG (Wohngemeinschaft): dort wohnen Leute zusammen
* es hat geklappt: es ist gut gegangen
* das Studentenwohnheim: ein Haus für Studenten
Manchmal lädt sie Emma zu Kaffee und Kuchen ein. Natürlich ist das nicht so spannend wie eine WG. Auch Frau Moll weiß das. Einmal hat sie Emma in den Arm genommen: „Kopf hoch, Mädchen. Die Partys kommen schon noch. Und alles andere auch.» Wirklich lieb, die Frau Moll. Und das Zimmer ist günstig und liegt im Stadtzentrum.
Kein Problem, hat Emma am Anfang gedacht, meine neuen Freunde kann ich ja in der Stadt treffen: in den Cafés, Parks und Kinos.
Tja, aber welche neuen Freunde? So leicht ist das nicht.
Natürlich ist Emma in den Kursen mit vielen Leuten zusammen.
Man redet in der Pause oder isst zusammen in der Mensa. Aber das war bis jetzt alles. Viele Studenten haben schon ihre feste Clique und interessieren sich nicht sehr für die „Neuen». Oder sie wohnen gar nicht in Göttingen und fahren nach der Uni gleich nach Hause. Am Wochenende sind viele gar nicht da.
Also waren Emmas Wochenenden bisher sehr still. Und dieses wird sogar noch stiller! Auch Frau Moll ist weg. Sie besucht ihre Schwester in Freiburg.
„Da ist es immer sehr lustig … und schön warm», hat Frau Moll gestern Abend gelacht. Dann hat sie ihre Hand auf Emmas Arm gelegt „Emma, das mit der kaputten Heizung tut mir leid. Aber die funktioniert bald wieder. Ganz sicher.» Lustig und warm … das wünscht sich Emma auch. Was kann sie jetzt machen? Alleine ins Kino gehen? Wie langweilig! Oder im Café auf einen Zufall warten? Nein, das macht auch keinen Spaß. Na ja, eine Studentin hat ihr noch einen Tipp gegeben: die Freizeit-App „Speedy», speziell für Studierende. „Da findest du immer Leute für Sport oder Kultur», hat sie gesagt. Aber Emma mag das nicht. So eine App, das ist nicht ihr Ding. Im Bett bleiben und mit ihren alten Freundinnen skypen? Aber dafür ist sie doch nicht in Göttingen!
* spannend: interessant, toll
* die Mensa: Restaurant in der Uni
* die Clique: Gruppe von Freunden
* der Zufall: nicht geplant
Na ja, zuerst mal einen Tee trinken. Emma steht langsam auf. In diesem Moment hört sie Schritte. Schritte hier in der Wohnung?
Schnell macht sie die Musik aus. Ja, ganz sicher: Sie hört die Schritte ganz klar. Wer ist das? Ist Frau Moll schon zurück?
Nein, Emma kennt Frau Molls Schritte. Diese hier sind laut, schwer… und sie sind schon auf dem Flur, genau vor Emmas Zimmer!
Was tun? Aus dem Fenster klettern und die Polizei anrufen?
Ganz ruhig, denkt Emma, und hört weiter an der Tür. Die Schritte sind jetzt in der Küche. Krrrr! Jemand stellt den großen Tisch zur Seite.
Was heißt das alles? Emma will es wissen. Sie öffnet die Tür und sieht auf den Flur. Niemand. Langsam geht sie zur Küche. Da ist jemand, ganz klar. Wieder hört sie etwas. Jemand sucht etwas, in einer Tasche oder Tüte.
„Hey, wer sind Sie? Was machen Sie da?», ruft Emma.
Der junge Mann sieht sie erstaunt an. Er sitzt auf dem Boden vor dem kleinen Schrank am Fenster, neben ihm steht eine Tasche.
Er hat etwas in der Hand.
„Ach, Sie müssen Emma sein», sagt er freundlich, „Tante Rosa hat mir von Ihnen erzählt.» Er lächelt. „Nur Gutes natürlich.» „Wie … was ..?» Emma versteht gar nichts.
Der Typ steht auf und gibt ihr die Hand. „Hallo, ich bin Theo.
Sie hat Sie doch informiert, oder?» „Nein, ich weiß gar nichts … Wer…»
„Ach so. Also, ganz einfach: Ich bin der Neffe von Rosa … also von Frau Moll. Sie hat mich heute Morgen angerufen. Die Heizung ist kaputt, ich soll kommen und alles reparieren.» Er lacht herzlich.
Heute noch, es ist wichtig, hat sie gesagt, ich bin nicht da, aber meine liebe Mieterin Emma. Und ihr ist es kalt. Sehr kalt.»
«Ach so, jetzt verstehe ich», sagt Emma und muss auch lachen.
* erstaunt: das hat er nicht gedacht
* lächeln: etwas freundlich sagen
* der Typ: der Mann
* der Neffe: Sohn von der Schwester / dem Bruder
„Ich hatte keine Ahnung! Ich habe nur diese Schritte gehört. Das war wirklich schlimm.»
„Oh nein! Das tut mir total leid. Das habe ich nicht gewollt.» Er zeigt auf den Herd. „Ich habe mir gerade einen Tee gemacht, den wunderbaren Tante-Moll-Apfeltee. Gut gegen die Kälte, gut für das Herz. Möchten Sie?»
„Oh, gerne, den kann ich jetzt brauchen. Wir können uns
„Ich hatte keine Ahnung! Ich habe nur diese Schritte gehört. Das war wirklich schlimm.»
„Oh nein! Das tut mir total leid. Das habe ich nicht gewollt.» Er zeigt auf den Herd. „Ich habe mir gerade einen Tee gemacht, den wunderbaren Tante-Moll-Apfeltee. Gut gegen die Kälte, gut für das Herz. Möchten Sie?»
„Oh, gerne, den kann ich jetzt brauchen. Wir können uns duzen, oder?»
„Klar», sagt Theo und holt zwei Tassen aus dem Schrank.
„Und du bist also Heizungsspezialist?», fragt Emma.
Theo lacht schon wieder. „Nein, gar nicht. Ich bin Krankenpfleger. Hier im Krankenhaus. Aber für Rosa bin ich fast alles: Privatsekretär, Taxifahrer, Fahrradmechaniker.
Heizungsspezialist ist etwas Neues. Den hat sie noch nie gebraucht. Aber ich mache das gerne. Tante Rosa ist super.» Er sieht Emma an. „Und du? Du bist neu hier in Göttingen, oder?
Wie gefällt dir die Stadt mit all ihren Cafés, Clubs und Kneipen?» „Na ja, ich habe hier noch nicht viel gesehen. Ich war…» „Aber im ‚Havanna’ warst du doch sicher schon. Das ist ja sehr beliebt bei Studenten.»
„Ich habe das gehört. Aber ich war noch nie dort.» „Aber du gehst doch gerne aus, oder?» „Klar, aber ich kenne noch nicht viele Leute hier. Fast niemanden.»
Er sieht sie lange an, dann lächelt er. „Sorry, Emma. Aber so geht das nicht weiter. Du musst mal raus.»
«Ja, schon, aber…»
„Also, ich gehe heute Abend mit Freunden auf die Party von einer Kollegin. Und danach gehen wir noch tanzen ins ‚Havanna. Was ist? Hast du Lust? Kommst du mit?» „Au ja, sehr gerne. Ich meine, ist das okay?»
, oder?»
„Klar», sagt Theo und holt zwei Tassen aus dem Schrank.
„Und du bist also Heizungsspezialist?», fragt Emma.
Theo lacht schon wieder. „Nein, gar nicht. Ich bin Krankenpfleger. Hier im Krankenhaus. Aber für Rosa bin ich fast alles: Privatsekretär, Taxifahrer, Fahrradmechaniker.
Heizungsspezialist ist etwas Neues. Den hat sie noch nie gebraucht. Aber ich mache das gerne. Tante Rosa ist super.» Er sieht Emma an. „Und du? Du bist neu hier in Göttingen, oder?
Wie gefällt dir die Stadt mit all ihren Cafés, Clubs und Kneipen?» „Na ja, ich habe hier noch nicht viel gesehen. Ich war…» „Aber im ‚Havanna’ warst du doch sicher schon. Das ist ja sehr beliebt bei Studenten.»
„Ich habe das gehört. Aber ich war noch nie dort.» „Aber du gehst doch gerne aus, oder?» „Klar, aber ich kenne noch nicht viele Leute hier. Fast niemanden.»
Er sieht sie lange an, dann lächelt er. „Sorry, Emma. Aber so geht das nicht weiter. Du musst mal raus.»
«Ja, schon, aber…»
„Also, ich gehe heute Abend mit Freunden auf die Party von einer Kollegin. Und danach gehen wir noch tanzen ins ‚Havanna. Was ist? Hast du Lust? Kommst du mit?» „Au ja, sehr gerne. Ich meine, ist das okay?»
* duzen: „du» sagen
* der Spezialist: er kann / kennt etwas sehr gut
* die Kneipe: einfaches Café / Restaurant
„Natürlich ist das okay!» Theo sieht auf die Uhr. „Ich muss noch kurz nach Hause. Wir holen dich dann später ab. So um halb neun?»
„Wunderbar, ich freue mich total. Was für ein schöner Zufall.» „Ja, das finde ich auch. Dann bis gleich.» Theo steht auf und nimmt seine Tasche. „Zum Glück habe ich auf Tante Rosa gehört und bin schon heute gekommen. Und nicht erst morgen oder am Sonntag.»
„Ja, stimmt», sagt Emma und bringt ihn zur Tür. „Ach ja, was war denn mit der Heizung? Geht sie jetzt wieder?» Theo ist schon auf der Treppe.
„Ach so, die Heizung. Ja, die funktioniert wunderbar.» Er bleibt kurz stehen und sieht zu Emma. „Aber ganz komisch. Die war gar nicht kaputt. Die war nur ausgeschaltet.»
* komisch: nicht normal
* ausschalten: ausmachen
2. Перевіримо ваші знання
1. Emma, Rosa oder Theo? Lesen oder hören Sie die Geschichte und ergänzen Sie.
Wer…
a) … hat eine Schwester in Freiburg?
b) … will in einer WG wohnen?
c) … arbeitet in einem Krankenhaus?
d) … findet seine Tante toll?
e) … kennt Göttingen noch nicht gut?
f) … lädt manchmal zu Kaffee und Kuchen ein?
g) … soll die Heizung reparieren?
h) … hört plötzlich Schritte in der Wohnung?
2. Was passt zusammen? Verbinden Sie.
- alt
- spannend
- langsam
- groß
- still
- glücklich
- kalt
- traurig
- schnell
- klein
- jung
- laut
- warm
- langweilig
3. Das Gespräch von Theo und Emma. Was passt? Verbinden Sie.
- Wie gefällt dir die Stadt?
- Wir holen dich um halb neun ab.
- Ich bin der Neffe von Rosa.
- Rosa hat Sie doch informiert?
- Kommst du zur Party mit?
- Ja, sehr gerne!
- Ach so, jetzt verstehe ich.
- Wunderbar, ich freue mich!
- Gut, aber ich habe noch nicht viel gesehen.
- Nein, ich weiß gar nichts.
